Am Samstag, den 25. April 2026, war es endlich soweit: der OhrRing Bamberg, die Selbsthilfegruppe für Schwerhörige und CI-Träger, feierte sein 20-jähriges Bestehen. Mit dabei waren um die 200 Gäste, die sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen wollten. Unter anderem kamen Mitglieder aus anderen regionalen Selbsthilfegruppen z.B. aus Bayreuth, Hof, Würzburg, Coburg, Schweinfurt und natürlich etliche Mitglieder der Bamberger Gruppe.
Vor dem Festprogramm konnten sich die Gäste aus nah und fern bei einem reich gedeckten Kuchenbuffet stärken und beim Sektempfang miteinander ins Gespräch kommen. Die hervorragend schmeckenden Kuchen wurden von Mitgliedern und Freunden des OhrRings gespendet.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte die Gruppenleiterin Margit Gamberoni, die versammelten Gäste und dankte ihnen für ihr Kommen.

Nach der Begrüßung folgten die Grußworte der Behindertenbeauftragten der Stadt Bamberg, Nicole Orf, der 1. Vorsitzenden des BayCIV (Bayerischer Cochlea Implantat Verband e.V.) Regine Zille, dem Chefarzt der Bamberger HNO-Klinik, Dr. Andreas Eckert und des Leiters des CICERO Erlangen, Prof. Dr. Dr. Ulrich Hoppe. Alle sprachen großen Dank und viel Lob im Rückblick auf das in den letzten 20 Jahren durch den OhrRing Bamberg Erreichte aus. Außerdem unterstrichen sie die Wichtigkeit der Selbsthilfegruppe für Betroffene und lobten die Hartnäckigkeit von Margit Gamberoni, wenn es darum geht, Verbesserungen für Betroffene zu erzielen und zu erkämpfen.


Danach folgte eine „Mutmachbesinnung“ von Albin Zeck, die musikalisch von Martin Zeck begleitet wurde. Er sprach große Anerkennung aus für den Mut und die Energie, den OhrRing zu gründen, sowie Bewunderung für die Entwicklung, die der OhrRing in den letzten 20 Jahren nahm. Besonders betonte er die Wichtigkeit einer Selbsthilfegruppe als Mittel gegen Einsamkeit und als Mittel für die Betroffenen, Verantwortung für die Verbesserung ihrer Situation zu nehmen und dies nicht Dritten zu überlassen.
Im Anschluss hielt der viel mit Schwerhörigen und CI-Trägern arbeitende Psychologe Cornelius Schreiben den Hauptvortrag des Festnachmittages mit dem Titel „Schwerhörig leben in einer hörenden Welt: Auswirkungen auf die Psyche im Kontext der Selbsthilfe.“ Er unterstrich die Wichtigkeit des Hörens im Alltag und die sich daraus ergebenden psychischen Herausforderungen für Betroffene, wenn das Hörvermögen beeinträchtigt ist. U.a. führte er sozialen Rückzug, Akzeptanzprobleme, fehlende Rücksichtnahme und damit einhergehend Wut und Zorn, Hörstress, Gedächtnisprobleme und unzulängliche Kompatibilität der Arbeitswelt mit den Bedürfnissen Schwerhöriger an. Aus der Vielzahl der Herausforderungen der Betroffenen und ihrer unterschiedlichen Lebenssituation ergeben sich unterschiedliche Erwartungshaltungen an Selbsthilfegruppen, die diese in ihrer Komplexität bedienen müssen. Ungeachtet aller Herausforderungen im Detail seien Selbsthilfegruppen aber als sicherer Hafen für Betroffene äußerst wertvoll, da sie insbesondere gegen Einsamkeit und das Gefühl, alleingelassen zu sein, sowie hinsichtlich der Akzeptanz der eigenen Situation und der Herausforderungen große Hilfe für Betroffene leisten.

Im abschließenden Vortrag gaben Margit Gamberoni und Reiner Hofmann einen Rückblick auf die letzten 20 Jahre. Besonders die Entstehungsgeschichte und der Einsatz für den Bau von induktiven Höranlagen in Bamberg wurden mit Erfolgsbeispielen und alten Fotos herausgestellt. Nochmals unterstrichen wurde die Tatsache, dass die regelmäßige Kontrolle und Wartung induktiver Höranlagen ebenso wichtig ist wie die ursprüngliche Installation. Zuletzt stellten die beiden Vortragenden dar, welche regelmäßigen Aktivitäten der OhrRing durchführt:
- Monatliche Treffen im Klemens-Fink-Zentrum (im Laufe der Jahre rund 220 Stück) mit verschiedenen Referenten wie Ärzte, Akustikern und Audiologen
- Regelmäßige Führungen
- Fortbildungen, bspw. zu EDV oder ein Erste-Hilfe-Kurs
- Hörtrainings, Seminartage, Tagesausflüge
- Öffentlichkeitsarbeit
Im Anschluss an den letzten Vortrag bedankten sich verschiedene Gäste noch einmal bei Margit Gamberoni und Rainer Hofmann und überreichten zahlreiche Geschenke sowohl für den OhrRing insgesamt als auch für die beiden persönlich.

Musikalische Elemente brachte die inklusive Percussion-Gruppe “Hörsturz”, die zum Mitmachen einlud.

Abgerundet wurde der Festnachmittag durch verschiedene Aussteller (Akustiker, Hersteller von CI-Geräten, Logopäden, Sozialstiftung, CICERO u.a.), bei denen man sich informieren und beraten lassen konnte.


Zum Ausklang der Veranstaltung gab es einen Imbiss, der ebenfalls weitere Gelegenheit zum Austausch der Gäste bot.

Ingesamt war es ein gelungener Festnachmittag, bei dem die großen Errungenschaften des OhrRings für Schwerhörige und CI-Träger gebührend gefeiert werden konnten.
Johanna Paik
