Was ist eine Benjeshecke? Hier wird Totholz, Grün- und Gehölzschnitt locker aufgeschichtet; sie bietet Sicht- und Windschutz und vor allem Vögeln und Insekten Unterschlupf und Nahrung.
Was für einen Sinn macht ein unordentlicher Stein- oder Holzhaufen? Igel, Eidechsen und andere kleine Tiere können dort ein Versteck und einen Überwinterungsplatz finden, auch die Artenvielfalt wird gefördert.
Dies und vieles mehr erfuhren wir am 27. Mai 2026 bei einer Exkursion auf der Bamberger „Fuchsenwiese“, der Umweltbildungseinrichtung des Landesbund für Vogelschutz (LBV). Die staatlich anerkannte Umweltstation will mit einem umfassenden Programm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene dazu anregen, Natur und Umwelt auf spannende Art und Weise zu erleben. Mit Umweltbildungsreferent Jakob Kaliski hatten wir einen begeisternden Führer.
Mitglieder des LBV hatten im vergangenen Jahr hinter dem Schulungsgebäude eine größere Sandfläche angelegt und mit wärmeliebenden und trockenheitsresistenten Pflanzen bestückt. Nun wird dieser Sandlebensraum sich selbst überlassen (bis auf die nötigsten Arbeiten wie die munter wachsenden Brombeeren im Zaum zu halten) und genau beobachtet, wie sich die Tier- und Pflanzenwelt in den kommenden Jahren entwickeln wird. Das geschieht auch im Hinblick auf die immer regenärmeren Jahre und sehr heißen Sommer.
Wir durften ein kleines Experiment durchführen, wie schnell oder langsam sich verschiedene Bodenarten – hier Sand und Blumenerde – bei gleicher Wassergabe verhalten. Sie taten es nicht so, wie die meisten von uns erwartet hatten. Durch den Sand lief das Wasser viel langsamer durch als durch die Blumenerde. Es war spannend zu beobachten. Das Sandareal ist nicht langweilig und öde; viele Pflanzen blühen in schönen Farben, die Fläche strahlt eine angenehme Ruhe aus und lädt zur geduldigen Beobachtung ein.
Uns blieb noch Zeit, um einiges über die Wildbienen zu erfahren, die nicht als Volk, sondern als Einsiedler leben und ihre Nester im Boden anlegen. Wir frischten noch einmal das Leben der Mohnbienen auf, von denen es europaweit das wohl einzige große bisher bekannte Vorkommen in Kemmern gibt. Vor zwei Jahren hatten einige von uns schon gelernt, wie wundervoll der Lebenszyklus dieser Bienenart ist, die ihre Nester im Boden mit roten Mohnblütenblättern austapeziert, bevor sie jeweils ein Ei in diese Zimmerchen legt, mit Pollen als Nahrung für die Larven anrichtet und sorgfältig verschließt, bis die neue Biene im nächsten Frühjahr schlüpfen und das Nest verlassen wird.
Ein weiterer Höhepunkt war ein mittelgroßer ausgestopfter Biber, dessen überraschend weiches Fell wir streicheln durften. Fasziniert lauschten wir den Erläuterungen über seinen Lebensraum im Wasser, den Dammbau und seinen Familienverband.
Dank unserer mitgebrachten induktiven Höranlage konnten wir fast alles gut verstehen und danken Herrn Kaliski für die bereichernden Stunden und der Schiffauerstiftung Bamberg, die die Kosten dieser Führung mit einer Spende von 100 € bezuschusste.

